Die Kläranlagen

Der AZV Naumburg hat 5 Kläranlagen

Kläranlage Naumburg, Kläranlage Uichteritz, Kläranlage Bad Kösen, Kläranlage Hassenhausen, Teichkläranlage Prießnitz

Die Kläranlage Naumburg ist die größte der Kläranlagen und wurde am 01. März 1996 mit einer möglichen Auslastung für 60.000 Einwohnerwerte, das sind sowohl die Anzahl der Einwohner als auch die Belastung aus den Gewerben und Einrichtungen, in Betrieb genommen.

Über Feinrechenanlage, belüfteten Doppel- kammersandfang, Vorklärung, Belebungs- und Nachklärbecken wird eine Reinigungsleistung von 95% erreicht. Der während des Reinigungsprozesses anfallende Klärschlamm wird ausgefault, jährlich können somit ca. 233.000 m3 Faulgas gewonnen werden. Mit Hilfe des Blockheizkraftwerkes werden ca. 23% des Strombedarfes und 90% des Wärmebedarfes der Kläranlage hierüber abgedeckt.

Jährlich werden ca.1,13 Mio m³ abrechenbare Abwassermengen im Klärprozess gereinigt.

Seit Inbetriebnahme der Kläranlage bieten wir Schulen und interessierten Gruppen die Möglichkeit, die Kläranlage durch eine fachgerechte Führung unserer Mitarbeiter kennenzulernen.

Ihr Ansprechpartner

Herr Köhler
Telefon : 03445 / 707-630
eMail : jens.koehler@azv-naumburg

Das Kanalnetz

Die zentrale Abwasserentsorgung erfolgt in zwei Schritten: das Sammeln und Fortleiten des Abwassers über das Kanalnetz sowie die Reinigung des Abwassers auf der Kläranlage. Während das zentrale Kanalnetz in der Stadt Naumburg teilweise bereits ca. 100 Jahren alt ist, war in den weiteren Mitgliedsgemeinden das zentrale Netz erst noch zu errichten. Hier waren vorwiegend kleinere dezentrale Kanäle vorhanden.

Derzeit hat der Abwasserzweckverband Naumburg insgesamt ca. 435 km Kanalnetz im Verbandsgebiet Naumburg zu betreuen. Allein 110 km davon befinden sich in der Stadt Naumburg und dienen der Entsorgung von Schmutz- und nicht anderweitig zu verbringendem Regenwasser. Bei den neuerrichteten Kanälen in den weiteren Mitgliedsgemeinden konnte weitestgehend die Trennung von Schmutz- und Regenwasser erfolgen. Entsprechend ihrer Nutzung hinsichtlich der durchzuleitenden Abwassermengen betragen die Dimensionen zwischen 150 mm bis sogar 1900 mm Durchmesser.

Kanalreinigungsarbeiten

Abbildung 1: Kanalreinigungsarbeiten

Durch die Mitarbeiter des AZV Naumburg wird bedarfsorientiert das Kanalnetz im Verbandsgebiet gereinigt. Somit soll sichergestellt werden, dass das Abwasser ordnungsgemäß abfließen kann. Je nach Gefälle, Bauweise sowie der Zusammensetzung und Menge des anfallenden Abwassers sind Abwasserkanäle unterschiedlich in Ihrem Ablagerungsverhalten. Vor allem die unsachgemäße Entsorgung von Speiseresten, Windeln, Feuchttüchern, Ölen führt zu Querschnittverengungen im Kanalnetz. Besonders problematisch sind Fette, die im Kanal abkühlen, sich an den Wänden festsetzen und dadurch langfristig das Kanalrohr verengen können. Verstopfungen sind die Folge. Um die einwandfreie Betriebsfähigkeit der Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanalisation zu erhalten, sind regelmäßige Reinigungsarbeiten unerlässlich.

Für die Durchführung dieser Reinigungsarbeiten werden Kanalspülfahrzeuge (Abbildung 1) eingesetzt.

Abbildung 2: Kanalreinigungsdüse mit entsprechendem Hochdruckwasserstrahl

Dabei wird vom Kanalspülfahrzeug über einen Schacht ein Druckschlauch mit Spülkopf (Kanalreinigungsdüse) in den zu reinigenden Kanal eingebracht.

Durch die austretenden Wasserstrahlen (Hochdruckwasserstrahl) wird der Schlauch mit dem Spülkopf soweit in den Kanal vorangetrieben, bis der nächste Schacht erreicht wird. Es wird weiterhin Wasser aus dem Spülkopf an die Kanalinnenwände gespritzt, so dass die gelösten Ablagerungen zum Spülfahrzeug gespült werden.


Abbildung 3: Verbringung des Sand-Wasser-Gemisches in Entwässerungscontainer

Beim anschließenden Zurückziehen der Düse wird das gelöste Material (Fett, Sand usw.) vor der Düse zum Fahrzeug hin transportiert. Beim Bewegen der Kanalreinigungsdüse in Richtung Spülschlauch entsteht ein Überdruck (siehe Abbildung 2) und auf der gegenüberliegenden Seite ein Unterdruck.

Der entstandene Druck wird i.d.R. durch den Luftaustausch in den Straßenschächten ausgeglichen. Der verbleibende Über- bzw. Unterdruck wird über die Dachentlüftungen (Entlüftungsrohre, Abbildung 4) oder über die Revisionsschächte der angeschlossenen Gebäude ausgeglichen.

Mittels Saugschlauch wird das gelöste Material in das Spülfahrzeug aufgenommen und auf die KA Naumburg (Abbildung 3) zu weiteren Entsorgung verbracht.

Abbildung 4: Beispiel Dachentlüftung/ Revisionsschacht nach DIN 1986

Sind die sanitären Anlagen (bspw. Entlüftungsrohre, Abbildung 4) im Gebäude fachgerecht ausgeführt und in einem ordnungsgemäßen Zustand wird die Kanalreinigung von den Gebäudebewohnern nicht bemerkt.

Jedoch kann es in seltenen Fällen zum Austritt von Wasser aus der Toilette (Störung im Sanitärsystem, bspw. verengte oder verstopfte Rohrleitungen im eigenen Grundstück), Geruchsbelästigungen nach einer Kanalspülung (Wasser aus dem Geruchsverschluss herausgesaugt) oder Wasseraustritt aus dem Geruchsverschluss (unzulässige Dachentlüftung, überdeckter Revisionsschacht, siehe Abbildung 4) kommen.

Sollten Sie die o.g. Probleme bei Ihnen auftreten, empfehlen wir Ihnen deshalb, Ihre Grundstücksentwässerung (Dachentlüftung und deren Anschlüsse) von einer Sanitärfirma prüfen zu lassen und bei Bedarf ggfl. bauliche Änderungen vorzunehmen.  Bitte sorgen Sie dafür, dass alle Fall-/Sammelleitungen mit einer ordnungsgemäß funktionierenden Lüftungsleistung versehen ist, die Leitungen gemäß DIN 1986 verlegt wurden und der Kontrollschacht zugänglich ist.